Tourberichte


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Vogalonga 2014 – Jubiläumstour mit See mal Rhein

Die Vogalonga stand schon lange ganz oben auf der Wunschliste und diesmal hat es geklappt
und Emmi und ich fahren vom 06.06. bis 10.06.2014 mit Annette und Norbert, Susanne,
Andreas, Carolin, Erna, Claudia, Rudi, Detlef, Rolf, Gisela und Friederike, Erika und Martin mit
der Rudergemeinschaft See mal Rhein nach Venedig.

Die meisten Mitruderer sind vom Bodensee aus Radolfzell und Überlingen aber auch aus
Ulm, Stuttgart, Reutlingen und 3 Nordlichter aus Bremen und Hannover und auch die 2-
köpfige Ersatz-Crew aus der Schweiz kommt zum Einsatz.

Schon bei der Überfahrt mit der Fähre vom Festland zum Lido bietet sich uns das markante
Panorama von Venedig mit St. Marco und dem Campanile dar. Es herrscht reichlich Betrieb
auf dem Wasser mit unzähligen Fähren, Vaporettos, Motorbooten und Privatyachten mit
entsprechend wildem Wellengang.

Wir sind mit zwei Doppelvierern mit Steuermann und einem offenbar zunächst
gewöhnungsbedürftigen Riemen-Vierer mit Steuermann unterwegs, (ein weiterer Vierer
wird vor Ort an eine andere Gruppe in Vereinsregie weitergereicht).

Am Ankunftstag lassen wir die Boote nach dem Abladen und Aufriggern in einem Seitenkanal
ins Wasser, was wegen der hohen Kaimauer ziemlich abenteuerlich ist (ein Italienischer
Radfahrer gibt Ratschläge) und rudern die kurze Strecke zum Kanal, nur 5 Minuten Fußweg
von unserem idyllischen 20er-Jahre-Hotel auf dem Lido entfernt, wo wir sie jeweils parken.
Abends lernen wir uns beim Essen an der großen Tafel in der Pizzeria schon mal bisschen
kennen.

Wir rudern am Samstag nach dem Frühstück im Hotelgarten nach St. Erasmo bei reichlich
Schiffsverkehr und entsprechend kabbeligem Wasser. Beim Kreuzen der
Schifffahrtsfahrrinne sehen wir uns unmittelbar einem riesigen Kreuzfahrtschiff gegenüber,
besonders für Maschseeruderer höchst beeindruckend. Auch sonst gibt’s regen
Schiffsverkehr. Außerhalb der Fahrrinne müssen wir uns vom Flachwasser und den
Sandbänken freihalten. Zur Mittagspause ziehen wir die Boote auf den Strand und wir
genießen die lange Siesta im Schatten mit Müßiggang fast wie die Italienische Familien, die
unter Sonnenschirmen am Strand picknicken.

Abends liegt vor unserer Zimmertür unser Vogalonga-outfit: Annette hat maritime T-shirts
und rote Kopfbedeckungen mit Wiedererkennungswert der Mannschaft ausgesucht, und ich
glaube, wir sehen ziemlich venezianisch aus.

Wetter ist schnell erzählt: Durchgehend wunderbares Sommerwetter, um 30°, kein Wind,
keine Wellen am Sonntag (und an den anderen Tagen moderate Wellen durch den
Schiffsverkehr), stets strahlender Himmel. Na gut, es war schon manchmal grenzwertig heiß
aber mit reichlich Wasservorräten und Sonnencreme o.k.

Sonntagmorgen steigt die Spannung schon beim schnellen Frühstück im Cafe.
Wir rudern die ca. 6 km vom Lido zum Startplatz vor dem Markusplatz, wo hunderte,
vielleicht auch schon tausende Boote aller Art und Größe schon bereit sind, Ruderboote,
blumengeschmückte Gondeln, Kanus und Kajaks, Drachenboote mit bunten Crews und was
immer man sich an muskelbetriebenen Booten vorstellen kann, flankiert von Polizei-,
Feuerwehr- und Ambulanzbooten und Polizisten auf Jetskies.

Um 9.00 eröffnen Böllerschüsse und die Glocken des Campanile die Tour und die Boote
setzen sich unter Getöse der Zuschauer und Teilnehmer in Bewegung.

Die Stecke ist etwa 30 km lang und führt durch den Canal di San Marco an der Isola di Sant
Elena vorbei, entlang der Isola Le Vignole und Sant Erasmo mit Umrundung von Burano mit
dem Leuchtturm und den bunten Häusern.

Jenseits von Burano machen unsere Boote einen kleinen Umweg. Wir legen an einem nur für
Insider erlaubten Privatanleger an und plötzlich umfängt uns absolute Ruhe. Zum Picknick in
einem lauschigen Garten mit Steg trägt die Besitzerin, die venezianische Tierärztin Kira mit
kalten Getränken, Eiswürfeln und heimischem Gebäck bei. Sie bietet uns nicht nur ihre
Toilette sondern sogar ihre Dusche in ihrem Holzhaus an. Den Rest des Picknicks haben
dankenswerterweise einige aus unserer Gruppe arrangiert. Die Stärkung und trinken ohne
Ende tut gut.

Nach der Pause reihen wir uns in die noch immer ununterbrochene Bootskarawane ein, die
jetzt eine längere Strecke durch die Lagune zurücklegt und den Kanal von Murano
durchfährt, wieder mit reichlich Zuschauern an den Ufern und vor den Häusern, Musik aus
Lautsprechern, überall Spektakel.

Während auf den freien Strecken trotz der Vielzahl der Boote vergleichsweise noch relativ
viel Platz zum Rudern ist, wird es auf den Kanälen richtig eng. Norbert hat uns bei der
Bootseinteilung versierte Spitzen-Steuerleute zugeteilt und unsere Steuerfrau steuert uns
souverän und lächelnd selbst durch die chaotischsten Engstellen. Allerdings sind auch die
Crews gefragt, die Kommandos prompt und präzise ohne Zögern umzusetzen.

Im Canal Cannaregio wird’s dann richtig eng, obwohl die Boote dosiert eingelassen werden.
Sich Boot an Boot vorwärts zu bewegen verlangt allen höchste Alertheit ab, jeder muss
mitwirken, um das Boot im Getümmel halbwegs freizuhalten, die Steuerfrau paddelt
zeitweise und irgendwie geht es langsam voran.

Im Canal Grande wird das Gedränge auf dem Wasser unbeschreiblich und der Jubel der
Zuschauer an den Ufern und auf den Brücken noch lauter. Plötzlich tauchen
Rettungsschwimmer mit orangenen Helmen und Neoprenanzügen im Wasser auf und
helfen, die Boote in die richtige Richtung auszurichten. Einsetzender Gegenverkehr
erschwert die Navigation.

Wir nähern uns dem Ziel am Markusplatz, wo sich jedes Boot mit der Startnummer an einem
einzigen Terminal melden soll. Wir liegen mit hunderten anderen Booten, schieben, werden
geschoben, paddeln, halten uns frei, von rudern keine Rede mehr. Aber zum Höhepunkt
warten die Medallien und jeder Teilnehmer wird mit Namen aufgerufen. Was für eine
Belohnung! Wir haben den Terminal fast erreicht, als die Durchsage kommt „Die Medallien
sind alle, werden aber später zugeschickt.“ War eben eine Italienische Veranstaltung…
Wir waren dabei und machen uns zufrieden und ausgelassen auf den Rückweg zum Lido.
Die Polizisten auf den Jetskies drehen noch mal richtig auf.

Abends gibt’s noch einen Landausflug mit Vaporetto mit gemeinsamem Essen in Venedig.
Am Montag rudern wir in brütender Hitze bei Windstille ca. 18 km gen Westen nach
Pellestrina, entlang an Fischerorten mit bunten Häusern mit grünen Fensterläden,
Industriegebieten, Trockendocks. Außerhalb der Fahrrinne säumen Fischerhütten in
Pfahlbauweise im Wasser die Strecke, einige halb zerfallen.

Mittagessen gibt es in einem Restaurant direkt am Ufer unterm Zeltdach. Auf dem Rückweg
bremst ein Polizeiboot eigens für uns Ruderer einen Schlepper aus, so dass sich die Wellen in
Grenzen halten. Bei Alberoni ziehen wir die Boote aus dem Wasser und riggern sie ab,
Norbert holt den Hänger, so dass sie verladen werden können.

Dienstag geht’s dann ab nach Hause. Wir sind -abgesehen von einigen
Überlastungsbeschwerden- alle gesund und munter und die Boote unbeschadet geblieben.
In der Ausschreibung der Rudergemeinschaft See mal Rhein für die Vogalonga heißt es:
Für jeden, der bisher noch nicht dabei war, ein Muss. Für die Alten Hasen ein besonderes
Vergnügen. War ein Muss und ein besonderes Vergnügen. War einfach toll.

Danke an Annette und Norbert für die perfekte Organisation, an die Steuerleute für versierte
und umsichtige Bewältigung der Strecken, die Klasse Mitruderer und alle, die uns unterwegs
so wunderbar versorgt haben!

Bettina

 

VERÖFFENTLICHT VON UNTER Venedig - Lagune AM 11. Juni 2014

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