Tourberichte


alles rund um unsere erlebnisse

Comer See 2017

Comer See – Ferienparadies in der Lombardei

Für die Anschlusstour nach der Vogalonga in Venedig an Pfingsten mit dem Kirchboot „Karisma“ war der drittgrößte und tiefste oberitalienische Alpensee eine gute Wahl. Der „Lago di Como“, auch „Lario“ genannt – vom lateinischen Namen „Lacus Larius“ – hat die Form eines umgedrehten Y und ist ca. 55 km lang, 4 km breit und liegt auf einer Meereshöhe von nur 197 m. Das milde Klima, die üppige Vegetation und die vielen Sehenswürdigkeiten machen den Comer See, umgeben von Hügeln und Bergen, seit Jahrhunderten zu einem Anziehungspunkt für Adelige, Künstler, Dichter, Promis und heutzutage auch für viele Wassersportler.

Am frühen Nachmittag des 7. Juni traf der 9-Sitzer-Bus vom Bodensee mit zwei Überlinger Ruderinnen und einem Arboner Ruderfreund am verabredeten Treffpunkt in Valmadrera am „Lago di Lecco“ ein, dem östlichen Seeteil. Nach einigem Suchen hatten wir eine ideale Slipanlage gefunden. Da aber „Karisma“ auf dem Bootshänger mit einem defekten Radlager in Venedig-Mestre liegen geblieben war, fiel der Rudernachmittag aus. Somit trafen wir die Vogalonga-Mannschaft erst abends in Como. Sieben dieser Ruderer blieben in Como, die anderen fuhren zurück an den Bodensee.

Donnerstag, 8. Juni – kleine Rundfahrt auf dem Comer See – 25 km

Da Norbert und Rolf im Ruderclub „Canottieri Lario“ zwei gesteuerte Vierer organisiert hatten, konnte unsere Wanderfahrt nun beginnen. Der Comer Ruderklub von 1891 hat eine Superlage, zentrumsnah, mit Ausblick auf beide Uferseiten, eigenem Pool und Restaurant auf der Terrassenebene. Unser hilfreicher Betreuer Paolo Cortelazzo übergab uns die Boote, und irgendwie kamen wir trotz Wellen vom Steg. Ruhiger wurde es erst, als wir die Schifffahrtslinie der Fähren und Tragflügelboote passiert hatten und der thermische Wind vorbei war. Auf unserer Fahrt entlang des Ostufers bestaunten wir die historischen, von Parks umgebenen Villen. Einst residierten hier wohlhabende Seidenfabrikanten, die Como ab dem 15. Jh. bis ca. 1950 reich gemacht hatten. Bevor die Nachmittagsthermik das Westufer aufmischte, querten wir den See bei Careno und fuhren ufernah an vielen schicken Villen mit Seezugang und gepflegten Gärten vorbei zurück nach Como. Rechtzeitig umschifften wir die „Runway“ für Wasserflugzeuge, der einzigen Flugschule weit und breit.

Während Rolf und Norbert das Kirchboot auf dem reparierten Hänger aus dem 300 km entfernten Venedig-Mestre holten, vergnügten wir uns am Abend auf der Terrasse des Ruderclubs und durften sogar im dazugehörigen Restaurant essen.

Freitag, 9. Juni – Lago di Lecco, Valmadrera bis Varenna – 26 km

Mit dem Bus fuhren wir eine knappe Stunde zum östlichen Seearm dem „Lago di Lecco“ nach Valmadrera, wo „Karisma“ auf dem Hänger wartete. In der Zeit, bis das Boot im Wasser und alle startklar waren, kamen einige Dorfbewohner vorbei und bestaunen das ungewohnt große Ruderboot. Inzwischen hatte sich die Morgenthermik gelegt, und wir konnten bei glattem Wasser auf dem See dahingleiten – ungestört von Motorbooten, Fähren und Wasserflugzeugen. An diesem weniger bebauten Ufer – mit idyllischen Fischerdörfern und malerischen Orten an den bewaldeten Hängen – ist in Mandello del Lario die Motorradmarke „Moto Guzzi“ zu Hause. Bis kurz vor der Halbinsel Bellagio, wo sich beide Seeteile vereinen, war es ruhig. Der „Bellagio-Mountain“ gehört samt Villa Serbelloni zur Rockefeller-Stiftung. Zum Glück darf der Hügel nicht weiter bebaut werden. In Bellagio, dem angeblich schönsten und mondänsten Platz am Comer See, rangierte Norbert das Boot geschickt um Schiffe und Stege herum und legte wie so oft gekonnt an. Trockenen Fußes stiegen wir aus und nahmen einen Drink auf der Aussichtsterrasse des Strandbads. Danach schaukelten wir wieder durch Schiffswellen und nahmen Kurs auf Varenna am Ostufer. Nach einigem Suchen endete die Tour an einem Motorbootsteg, wo „Karisma“ bleiben durfte. Während Norbert mit seinem Faltrad nach Valmadrera radelte, um Bus und Hänger nach Mennagio gegenüber von Varenna zu bringen, nahmen wir die Autofähre nach Bellagio. Dort mischten wir uns unter die zahlreichen Besucher und fuhren dann mit einem „Aliscafo“, einem schnellen Tragflügelboot, weiter nach Como.

Der Abend war noch lang genug für einen Bummel durch Como und gutes Essen unweit unseres Standquartiers Best Western Hotel.

10. Juni – Comer See, Varenna, Colico, Menaggio – 35 km

Am letzten Rudertag fuhren wir bequem mit unserem Bus nach Menaggio, ließen das Fahrzeug am dortigen Ruderclub stehen und nahmen die Fähre nach Varenna, wo „Karisma“ am Steg schaukelte und bestaunt wurde. Entlang der Ostküste nahmen wir Kurs nach Norden, vorbei an Bellano und Dervio. Am Laghetto di Piona, einer seeähnlichen Bucht, legten wir für ein Picknick an. Zur Erfrischung schwammen die meisten eine Runde im See. Danach ruderten wir noch weiter bis kurz vor Colico, einem Paradies für Surfer und Segler. Hier querten wir den sog. „Alto Lario“ und fuhren am belebten Westufer nach Süden – vorbei an San Siro mit der Villa Gaeta, wo der James-Bond-Film „Casino Royal“ gedreht wurde – wieder zurück nach Menaggio.

Bootputzen und Bootverladen dauerte über eine Stunde. „Karisma“ lag sauber und gut gesichert auf dem Hänger, und wir konnten mit dem Bus auf dem Streckenabschnitt nach Como zurückfahren, der uns auf der Ruderfahrt fehlte. Außerdem sahen wir die einzige Insel „Isola Comacino“ wenigstens von oben. Vermutlich sind wir auf dieser kurvigen Straße teilweise auf der „Via Antico Regina“ gefahren, einer alten Handelsroute über die Alpen.

Den Abschlussabend verbrachten wir in der quirligen Altstadt von Como und aßen so spät wie die Italiener – gegen 22 Uhr.

11. Juni – Rückfahrt vom Comer See an den Bodensee

Am Sonntag holten wir „Karisma“ in Menaggio ab, und Norbert manövrierte das Gespann auf den engen Straßen mit vielen Serpentinen am Comer See entlang bis zum Luganer See. Danach ging es auf der Autobahn weiter bis St. Gallen und dann entlang des Schweizer Bodenseeufers bis Konstanz und nach Radolfzell.

Die grün-blaue Farbe des Comer Sees, das saftige Grün der Berge und die üppige Pflanzenpracht, die Luxusvillen und das quirlige Leben wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

„Grazie mille“ an die Organisatoren für diese herrliche Rudertour auf dem Lago di Como, die – wenn auch etwas anders als geplant – trotzdem schön und gut gelungen war.

VERÖFFENTLICHT VON UNTER Allgemein, Italien AM 7. Juli 2017

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